Viele Gesichter ... für viele Schubladen

 

Links)  Wenn es etwas gibt, was ich zu vermitteln versuche dann, daß das Leben so vielseitig sein kann. Es gibt nicht nur einen Weg, sondern so viele, und deshalb gehe ich allen Men- schen aus dem Weg, die versuchen, mich in eine Schublade stecken zu wollen (... was soll ich da auch?).  Auch diese Homepage  ist nur ein kleiner Streifzug durch mein Leben!

Rechts)  Nur zufällig hier auf dem Foto, aber es gibt nieman- den, auf den ich jemals hinabgesehen hätte. Völlig unver- ständlich ist für mich, wie viele Menschen ein Wohlbefinden verspüren, wenn sie andere als „unter sich" bezeichnen können. 

 

Links)  Eigentlich nur ein altes Paßfoto, aber das einzige    Bild, auf dem man auch einmal meine richtig blauen Augen sieht. Für mich bis heute unverständlich, warum auf Fotos meine Augen immer so dunkel wie zwei schwarze Oliven     sind.

 

Rechts)  Gute Laune habe ich fast immer, zu jeder Tages-   zeit, und noch mehr, wenn ich unter Menschen bin.

Links)  Auf dem Bavaria-Filmgelände. In fantasievoller Filmkulisse fühle ich mich immer pudelwohl.

 

Rechts) Na, da scheine ich gerade mal wieder eine Idee gehabt zu haben. Sich selbst sieht man ja nie mit solchen konzentrierten Gesichtsausdrücken oder eben nur dann, 
wenn man das Fotografiertwerden überhaupt nicht bemerkt.

 

 

 

 

 

Abschließend

... bitte keinen Kommentar in der Hinsicht: „Jetzt muß er mit so einem Ding protzen". Nachdem ich über 20 Jahre für andere gearbeitet oder an das Wohl anderer gedacht habe, nehme ich mir die Freiheit dieses Lebensrückblickes jetzt einfach heraus. Ich bin es auch gewohnt, mit Neid und Mißgunst zu leben: „Du siehst doch wie eine Null aus, ich verstehe nicht, wieso du so eine Connection hast?" (Peter Seidenschwang) oder: „Wieso machst du CDs, das würde mir doch zustehen?" (mein älterer Bruder) oder „Wenn du wenigstens deine Nase operieren lassen würdest" (meine Frau Veronica). Sie sehen, die mir „Nahestehenden" scheinen meine härtesten Kritiker zu sein. Ich habe mich oftmals nur gefragt, wofür „Kritik" dieser Art bei mir gut sein soll.
Seltsam, Mitmenschen haben von mir immer profitiert, einfach auch weil es mir gefällt, anderen weiterzuhelfen. Vielleicht gebe ich anderen auch gerne etwas ab, weil sie nicht mein Leben hatten, denn mein Erlebtes kann mir sowieso keiner nehmen ... und das war schön.

Sehen Sie, ich hatte nie Kapital oder finanzielle Rücklagen, sondern immer nur eine Unmenge guter Ideen und Fantasien, die es umzusetzen galt ... und deshalb habe ich immer weitergemacht, und das, obwohl von außen eigentlich nur immer diese negative Wand statt Hilfe kam. Wenn ich auf einer CD als Producer stehe, heißt es: „Ach, du hast ja nur das Geld dafür gegeben". Stehe ich als Executive Producer auf der CD, dann heißt es: „Dir ist ja gesagt worden, was du zu tun hast" ... und alle Glückwünsche bekommen sowieso die Labels. Bei „Die Schatzinsel" hat´s mir dann gereicht, und ich hab´ mich als Producer und Executive Producer auf die CD geschrieben ... und dann hörte ich gar nichts mehr. Und auf die oft gestellte Frage „Wieso hast du denn so viel ,Glück‘ und nicht ich?" antworte ich dann: „Weil ich´s einfach mache, es riskiere und meine Träume einfach umzusetzen versuche."

Deshalb ist mein Tagesablauf seit gut acht Jahren, etwa um sieben Uhr aufzustehen und mit dem Fahrrad (über den Stachus) in die Arbeit zu fahren. Acht Uhr in der Druckerei. Dann acht Stunden arbeiten, danach Einkaufen/Post. Zu Hause schlafe ich dann eine halbe Stunde, trinke danach einen starken Kaffee und arbeite dann wieder so acht Stunden bis etwa um drei, halb vier Uhr in der Frühe. Dieser Rhythmus macht ca. 95 Prozent meines Lebens aus, denn Samstag und Sonntag gibt´s auch wenig Pause. Aber in den 5 Prozent die ich nicht hier sitze, da passiert dann tatsächlich das ganz Unglaubliche ... eben das, wovon andere wirklich nur träumen.

Arild Rafalzik, im Herbst 2004 (Istanbul)