Drehorte - wer suchet ... der findet

Wenn bei anderen Touristen Glücksgefühle aufkommen, indem sie etwa vor dem Schiefen Turm von Pisa, dem Eiffelturm oder einem anderen architektonischen Bauwerk stehen, so überkommt mich dasselbe wohlige Gefühl eben an Filmschauplätzen. Interessant ist dabei für mich auch, daß diese meist sehr sehenswerten Drehorte der Außenaufnahmen erst gefunden werden müssen. Manchmal sind sie sogar so versteckt, daß, wie z.B. in Kroatien, selbst die Einheimischen diese Plätze nicht mehr kannten und mir bei diesen Suchaktionen oft sogar neugierig folgten. Es ist eine schöne Urlaubsbeschäftigung, im Gegensatz dazu, etwas nur auf einem silbernen Tablett präsentiert zu bekommen.

Die (Film-)Landschaft der Karl-May-Filme in Jugoslawien zu suchen und zu finden war unendlich spannend, aber auch die Drehorte von z.B. „Der Knabe auf dem Delphin" auf Hydra aufzusuchen oder in Istanbul, wo der James-Bond-Film „Liebesgrüße aus Moskau" verfilmt wurde. Es macht einfach einen Heidenspaß, sich in diesen real existierenden Filmkulissen zu bewegen und mehr zu sehen, als einem die Kamera gezeigt hat.


Einige Anekdoten*  können Sie lesen unter:

*... aus meiner Autobiographie von 2004

 

 

 

1)  Sean Connery und Daniela Bianchi in dem James-Bond-Film „Liebesgrüße aus Moskau". 1985 hatte ich auch die Freude Sean Connery wenigstens einmal persönlich sehen zu können.
Das war bei einer Bambi-Verleihung, die ausnahmsweise mal wieder in München stattfand. Sean Connery war im Hotel Vier Jahreszeiten untergebracht. Der Wagen, der ihn zum Arri-Kino bringen sollte, wartete schon auf der Straße. Connery durchschritt die Hotelhalle (an mir vorbei), und ich folgte ihm in Richtung Hotelausgang. Von der Drehtür bis zum Auto mußte er noch die gut 5-6 Meter Gehsteig hinter sich bringen, aber draußen vor dem Hotel warteten gut 50 Autogramm- sammler, und die standen so dicht wie eine Wand. Das, was dann geschah, habe ich noch bei keinem Schauspieler erlebt. Als er durch die Drehtür ging, rückten alle Leute ehrfürchtig um einen Meter zur Seite, so daß sich eine zwei Meter breite Gasse bildete. In 3 Sekunden war Connery am Spalier aus Fans vorbei im Wagen und fuhr ab, ohne daß auch nur ein einziger seiner Anhänger fürs Warten „belohnt" worden war. Connerys Präsenz und Ausstrahlung allein bei diesem „Auftritt" hat mich sehr beindruckt. Später im Arri-Kino war ich am Rande der Veranstaltung auch noch mit dabei, denn ich arbeitete damals zeitweise für die Münchner Filmfest GmbH, die das Kino übernommen hatte, aber auch hier waren die Leute von Connery fasziniert, und er war genauso unnahbar.

 

1963 "Liebesgrüße aus Moskau" (Istanbul) 


2)  1994)  Als ich und Esther im Taxi in Istanbul in die Neustadt fuhren, rief ich dem Fahrer zu: „Halt ... stop, stop!" Esther fragte, was denn los sei. „Das, genau das ist der Hintergrund eines Bond-Fotos", sagte ich begeistert zu ihr (schauen Sie nur genau ... er ist es!). Für manche Szenerien muß man einfach einen Blick haben. Aber Istanbul ist auch sonst eine Traumstadt, mit Hagia Sophia, Topkapi Sarayi, Bosporus, blauer Moschee, dem großen Basar und dem alten Bahnhof. Er war die Endstation des legendären Orient-Express, und wenn man innen im kleinen Cafe´ an den Gleisen sitzt, dann sieht man wieder genau die Filmszene aus „Liebesgrüße aus Moskau" vor sich, in der James Bond und die Romanowa den Bahnsteig entlanglaufen, um gerade noch den Zug zu erreichen.





... besonders hübsch an "stillen Tagen"

3)  2010)  Mit Esther eine Woche in Paris und klar ist auch Paris für mich eine einzige große Filmkulisse. "Der Glöckner von Notre Dame", "Charade", "Lieben Sie Brahms?", "Das Mädchen Irma la Douce", oder wie rechts oben, Amelie's Cafe (Cafe des 2 Moulins), an dem Esther besonders ihren Gefallen fand.



Belphégor oder
Das Geheimnis des Louvre


4Belphégor - Le Fantome de Louvre (1965). TV Kult der 60er Jahre, aber auf der Suche nach den geheimen Gängen von Belpégor kommt man im Louvre unwillkürlich auch noch an 
der Dame mit dem berühmten Lächeln vorbei. 



 

 

Impressionen aus Wien            
und dem "Dritten Mann"

 

 

 



Rechts 1. Bild: In dieser Tür stand 
Harry Lime, als die Katze zu ihm kam.

5)  Wien ist eine traumhaft schöne Stadt, auch weil die Menschen hier noch zu leben verstehen. Man hat hier Zeit, und auch Touristen sollten sich etwas mehr Zeit nehmen, denn mit offenen Augen gibt es hier immer etwas Besonderes zu entdecken.
In Bezug auf "entdecken" fällt mir gerade ein, daß selbst die wenigsten Österreicher wissen, daß Kanada von einem Wiener entdeckt wurde. Als dieser mutterseelenallein dieses Neuland betrat, soll er dabei immer wieder laut und verzweifelt gerufen haben: "Ja ist denn da kana da?" 
 

 

6)  2006 auf der Brücke am Kwai (links). Geschichte und Filmgeschichte hat hier wie da eine
echte Größe. Nachdem ich 1996 mit Esther in Sri Lanka am traumhaften Drehort der Film- brücke eine Badestunde eingelegt habe, sahen wir uns dann zehn Jahre später (bei einer Radltour durch Thailand) auch die Original Brücke an. 
Unter den Baubedingungen des Death Railway starben die alliierten Kriegsgefangenen wie die Fliegen. Dennoch war es für die Engländer ein Bestreben sogar unter diesen Umständen die bestmöglichste Konstruktion zu schaffen. Ich liebe nicht nur dieses Bestreben, aus jeder Lebenssituation das Beste zu machen, wenn ich überhaupt eine Zuneigung für das Militär habe, so gilt sie fast ausschließlich der britischen Armee. 



 

7)  1988 war ich zum vierten Mal im „Tal des Todes" der Mala Paklenica in Kroatien. So schön! Eine Karl-May-Film-Kulisse pur. „Der Schatz im Silbersee", „Old Surehand", „Unter Geiern" und weitere Filme wie zum Beispiel „Dschingis Khan" wurde zu Teilen in dieser Schlucht gedreht. 

Nachdem einmal auf dem Campingplatz vor der Paklenica-Schlucht eine über einen Meter lange Schlange zu Besuch kam, schlief ich danach immer lieber in einer Hängematte (es existiert ein Bild der vom Platzwart enthaupteten Schlange mit Marlboroschachtel-Größenvergleich!)

 

8)  1977 unter dem großen Wasserfall der Plitwitzer Seen. Hier wurde besonders in „Winnetou 3. Teil"  gefilmt, aber auch für "Der Schatz im Silbersee" entstanden hier Aufnahmen. Für mich sind die Plitwitzer Seen eines der schönsten Naturwunder der Welt. 

Gerne denke ich auch noch an die Zeit zurück, als der untere Teil der Seen (mit dem "Donnerfall" und den schönen Höhlen) noch zu besichtigen war. Richtig ist dennoch, daß Naturschutz Vorrang vor Tourismus hat.

 

 

9)  2001, nach elf Jahren und einem langen Krieg, zum ersten Mal wieder in Kroatien. Hier an der Prärie bei Rijeka, wo der Planwagentreck in „Winnetou I" überfallen wurde.

 

 

10)  1982 an den Krka-Fällen („Winnetou I", „Old Shatterhand", „Der Ölprinz", „Liebesnächte in der Taiga" usw.). In meinen ersten Urlauben war hier unterhalb der Fälle noch ein traumhafter Campingplatz, und man konnte auch auf den Kaskaden noch ausgiebig schwimmen. Verständlich, daß das Baden aus Naturschutzgründen und besonders auch wegen des wieder aufkommenden Massentourismus heutzutage verboten ist. Dennoch denke ich gerne an die Zeit davor zurück.

 

11)  2001)  Oberhalb des Zrmania-Canyons (mit Armschlinge). Dort, wo sich bei den Karl-May-Filmen einst das Pueblo der Apachen befand, aber auch für „Winnetou und Shatterhand im Tal des Todes" und „Old Surehand" Szenen entstanden. Im Fluß selbst bin ich in früheren Jahren auch schon geschwommen ... aber nicht lange, da er selbst im Hochsommer nicht mehr als 18 Grad hat.

 

12)  Obere Bilder. Ein Traum ist dieses versteckte Tal. Direkt unterhalb der Berge lag Butlers Farm aus „Der Schatz im Silbersee". Heute (2001) ist das alles militärisches Sperrgebiet, aber die Soldaten zeigten Verständnis für uns Filmfreaks. Dennoch war das Fotografieren hier strengstens verboten, und Peter Seidenschwang, der mich hier (ohne mein Wissen) fotografierte, hätte dadurch echte Schwierigkeiten bekommen können.

 

 


1)
Absprachen mit Einheimischen sind wichtig! Denn auch auf dem Mali Alan     lagen 2001 noch genügend Minen.


2)  Winnetou am Rand des Bergkraters.
      3)  Eine etwas andere Perspektive (wie bei 2), mit Blick in den Krater.
 

 

 

 

Oben)  Luxuriös hatten es damals in Jugoslawien auch die Stars nicht. Lex Barker und seine Tita waren zudem ziemlich oft in diesem Land, das ich 1977, 1979, 1980, 1982, 1987, 1988, 1990 und 2001 besucht habe.

Links oben)  Mit Peter Seidenschwang alias Silverpit an den Plitwitzer Seen. Mein letzter Urlaub in Kroatien